Politik

Preis-Hammer: Krankenkassenbeiträge steigen 2023 auf Rekord-Niveau

Die Krankenkassen sind seit Langem finanziell überlastet. Jetzt werden Versicherte zur Kasse gebeten. Die Details.

Geld
Krankenkassenbeiträge werden erhöht (Symbolbild) Foto: Bildnachweis / Santje09

Das Gesundheitswesen hatte bereits vor der Corona-Pandemie finanzielle Probleme. Der demografische Wandel - sinkende Zahlen von Mensch in den jüngeren Altersgruppen und steigende Zahlen älterer Personen - ist maßgeblich für die Finanzlücke verantwortlich.

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Der Ausbruch von Covid-19 hat diese also nur verstärkt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach reagiert nun auf die prognostizierten 17 Milliarden Euro, die im kommenden Jahr fehlen sollen - und kündigt eine deutliche Erhöhung der Beiträge für die 57 Millionen Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung an.

Krankenkassenbeiträge 2023 deutlich erhöht

Am Dienstag (28.06.2022) verkündete er, dass der Zusatzbeitrag um 0,3 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent erhöht wird. Rechnet man diese auf den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent auf, sind es insgesamt 16,2 Prozent, die von den Brotto-Löhnen abgezogen werden. Damit ist ein neuer Rekord erreicht - die Beiträge waren noch nie so hoch.

Lauterbach erklärte, dass er dieses Defizit maßgeblich von seinem Vorgänger, Jens Spahn, geerbt habe: "Die Bundesregierung hat die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen in einem sehr schwierigen Zustand vorgefunden".

Finanzlücke schließen

Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärt der SPD-Politiker bereits im März, dass man an vier Stellschrauben drehen müsse: "Effizienzreserven im Gesundheitssystem heben, Reserven bei den Krankenkassen nutzen, zusätzliche Bundeszuschüsse gewähren, und die Beiträge anheben".

Er würde "rechtzeitig einen wohlüberlegten Gesetzentwurf vorlegen", erklärt Lauterbach damals. Dies ist nun geschehen.

Wie der Spiegel berichtet, sind die Leistungen der Krankenkasse in den vergangenen Jahren erweitert worden. Bisher wurde jedoch auf Beitragserhöhungen verzichtet. Stattdessen wurden sie von Zuschüssen aus der Bundeskasse, Steuergeldern also, finanziert.

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