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Zodiac-Killer: Blutrünstiger Serienkiller schockt ganze Region

Der Zodiac-Killer wurde nie gefasst. Wer war der Mann, dessen Mordlust Ende der 1960er fünf Menschen in der San Francisco Bay Area das Leben kostete?

Wo hat sich der Zodiac-Killer versteckt?
Wo hat sich der Zodiac-Killer versteckt? Foto: imago images / ZUMA Press

Zodiac-Killer: Ein Serienkiller schockt Bay Area

Der Zodiac-Killer trieb sein Unwesen in der San Francisco Bay Area. Er hatte es vor allem auf Paare abgesehen. Auf junge Menschen, die verliebt waren und die Einsamkeit suchten, um ungestört zu sein. Ihnen nahm der Zodiac-Killer das Leben: Er erschoss sie oder stach mit dem Messer auf sie ein. 

Parallel dazu spielte er ein perfides Spiel mit den Medien und der Polizei. 

Der Zodiac-Killer hinterlässt nicht nur fünf Tote, sondern auch eines der größten Rätsel der amerikanischen Kriminalgeschichte. 

Zodiac prahlt mit 37 Opfern

Sieben Menschen griff der Zodiac-Killer in den Jahren 1968 und 1969 an. Zwei Männer überlebten, drei Frauen und zwei weitere Männer starben. 

Das Krasse: In einem seiner vielen Bekennerschreiben behauptete der Zodiac-Killer, 37 Menschen getötet zu haben. Die Polizei hat das aber nie bestätigt. 

Seinen ersten Doppelmord begann der Serienkiller am 20. Dezember 1968 in der Nähe der Kleinstadt Benicia im US-Bundesstaat Kalifornien. Der 17-jährige David Arthur Faraday und die 16-jährige Betty Lou Jensen genossen ihr erstes Date und hatten mit dem Auto nahe des Wasserwerks geparkt – ein damals beliebter Ort für Pärchen, die ungestört sein wollten. 

Was genau in dieser Nacht geschah, ist nicht bekannt. Die Polizei rekonstruierte jedoch, dass der Zodiac-Killer mit seinem Auto neben dem Wagen des Paares gehalten habe und anschließend mit einer Waffe auf die Teenager schoss.

Arthur wurde bei dem Versuch, aus dem Auto zu entkommen, von einer Kugel in den Kopf getroffen. Betty Lou gelang zunächst die Flucht, doch schon nach wenigen Metern hatte der Mörder sie eingeholt und schoss ihr fünfmal in den Rücken.

Eine Anwohnerin kam gegen 23:15 Uhr am Tatort vorbei und verständigte umgehend die Polizei und einen Notarzt. Das Mädchen war sofort tot, der Junge starb wenig später auf dem Weg ins Krankenhaus. 

Es verging über ein halbes Jahr, bevor der Zodiac-Killer am 4. Juli 1969 in Vallejo zuschlug. Seine Opfer dieses Mal waren die 22-jährige Kellnerin Darlene Ferrin und ihr 19-jähriger Begleiter Mike Mageau. Auch die beiden hatten abgelegen geparkt und wurden von dem Psychopathen überrascht.

Doch während Darlene mit elf Schüssen getötet wurde, überlebte Mike und konnte später eine erste Beschreibung des Zodiac-Killers liefern.

Die Briefe: Serienkiller wird zum Medien-Star

Nach dem Mord an Darlene Ferrin und dem versuchten Mord an Mike Mageau trat der Zodiac-Killer das erste Mal mit der Polizei in Kontakt. In der Mordnacht um 1:40 Uhr rief ein Unbekannter beim Polizeihauptquartier von Vallejo an und sagte, er wollte einen Doppelmord melden, den er begangen habe. Außerdem bekannte er sich zu dem Mord im Dezember '68. 

Noch bevor der Serienmörder das nächste Mal zuschlug, schrieb er den ersten von zahlreichen, legendären Briefen an die Presse. Die Briefe sind bis heute Teil der Ermittlungen. Sie sind gespickt von Rechtschreibfehlern und wahnsinnigen Aussagen.

So erklärte der Zodiac-Killer zu seinem Tatmotiv, er werde nach seinem Tod ins Paradies kommen und jeder Mord, den er vorher begehe, sichere ihm einen Sklaven in der Nachwelt. 

Den ersten Brief schickte Zodiac am 1. August an die Redaktionen des 'San Francisco Chronicle', des 'Vallejo Times-Herald' und des 'San Francisco Examiner'. Darin beanspruchte er die Morde von Benicia und Vallejo für sich und drohte, noch mehr Menschen zu töten, würde sein Schreiben nicht auf den Titelseiten der Zeitungen gedruckt werden.

In seinem Brief vom 7. August bezeichnete sich der Wahnsinnige dann zum ersten Mal als Zodiac – ab da beginnt er fast alle seiner Breife mit "This is the Zodiac speaking":

Angeblich bezieht sich der Name Zodiac auf das Zodiak-Symbol für Tierkreiszeichen.  

Um die Presse und die Polizei in Atem zu halten, benutzte der Zodiac-Killer eine Vielzahl von Geheimsymbolen, die zum größten Teil nie entziffert werden konnten. Der Teil, den die Beamten knacken konnten, lässt erahnen, wie verrückt der Zodiac-Killer wirklich war.

So schrieb er im Wortlaut:"Ich genieße es, Menschen zu töten, weil es so viel Spaß macht – viel mehr, als Wildtiere im Wald zu töten, denn der Mensch ist das gefährlichste Tier von allen. Etwas zu töten, beschert mir eine unglaublich berauschende Erfahrung. Das ist sogar besser, als etwas mit einem Mädchen zu haben. […]"

Die Suche: Die Polizei tappt im Dunkeln

Am 27. September 1969 tötet der Zodiac-Killer erneut. Seine Opfer sind die 22-jährige Studentin Cecelia Ann Shepard und ihr 20-jähriger Freund Bryan Hartnell, die den Nachmittag am Lake Berryessa verbringen. 

Obwohl er eine Pistole dabei hat, sticht der Zodiac-Killer mit einem Messer auf seine Opfer ein. Cecelia Ann erliegt ihren 24 Stichwunden später. Bryan überlebt – ihn hatte der Serienmörder nur sechsmal getroffen. 

Im Gegensatz zu Psychopathen wie Gary Ridgway und Jeffrey Dahmer verging sich der Zodiac-Killer nie sexuell an seinen Opfern. Am Lake Berryessa hinterließ er lediglich eine bizarre Nachricht für die Polizei, indem er das Datum der ersten beiden Angriffe sowie Datum, Uhrzeit und die Art der Tatbegehung beim Angriff am Lake Berryessa auf den Wagen seiner Opfer schrieb.

Darüber malte er sein Zodiac-Zeichen. Auch dieses Bild ging um die Welt:

Bei seinem letzten Mord wurde der Zodiac-Killer beinahe gestellt. Er hatte den Taxifahrer Paul Lee Stine am 11. Oktober 1969 in Presidio Heights in seinem Auto erschossen – eine Tat, die von Menschen aus der Nachbarschaft beobachtet worden und als Raubüberfall gemeldet worden war.

Doch aus unbekannten Gründen gab derjenige, der die Polizei rief, an, bei dem Täter handle es sich um einen Mann afroamerikanischer Abstammung.

Auf seiner Flucht wurde der Zodiac-Killer dann von der Plozei aufgehalten, aber nicht als verdächtig eingestuft, weil er eben weiß und nicht schwarz war. Erst, als der Zodiac-Killer die Tat später in einem seiner Briefe für sich beanspruchte und der Presse ein Stück des zerrissenen, mit Blut getränkten Hemdes von Paul Lee Stine zukommen ließ, wurde das Versagen der Beamten in dieser Nacht aufgedeckt.  

Können DNA-Spuren den Zodiac-Killer 2019 überführen?

Offiziell ist Paul Lee Stine das letzte Opfer des Zodiac-Killers, auch wenn der Verrückte 37 Opfer für sich beansprucht. Noch bis 1974 schickte der Serienmörder immer wieder Briefe an die Presse und schrieb auch Einzelpersonen. 

Bis heute konnte trotz zahlreicher Verdächtiger nicht eindeutig geklärt werden, wer der Zodiac-Killer ist – das hat der Mörder mit dem legendären Jack The Ripper gemeinsam. Wie die Bestie von London ist auch der Zodiac-Killer inzwischen Teil der Popkultur, es gibt zahlreiche Filme, Dokumentationen und Songs über ihn.

Am bekanntesten ist David Finchers Thriller 'Zodiac – Die Spur des Killers' mit Jake Gyllenhaal, Robert Downey Jr. und Mark Ruffalo in den Hauptrollen. 

Doch die Polizei hat die Suche nach dem Zodiac-Killer nicht aufgegeben. So oft die Akte in den vergangenen Jahren geschlossen wurde, so oft wurde der Fall neu aufgerollt. Vor allem, nachdem die Möglichkeiten der DNA-Analyse immer besser und besser wurden. 

Die aktuellste Untersuchung der im Fall des Zodiac-Killers gefundenen DNA-Spuren wurde im Mai 2018 eingeleitet. Doch obwohl man damals davon sprach, schon in wenigen Wochen ein Ergebnis zu erwarten, ist bis heute nichts dazu bekannt. 

Amerika sucht also weiter nach dem Zodiac-Killer.

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