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Die 10 besten Hip-Hop-Filme aller Zeiten

Die besten Hip-Hop-Filme aller Zeiten sind immer auch ein eindrucksvolles Spiegelbild vom Zustand der urbanen Kultur genau zum Zeitpunkt der jeweiligen Produktion.

Wild Style
"Wild Style" gilt als einer der Hip-Hop-Filme mit absolutem Pioniercharakter Foto: IMAGO / Ronald Grant

Was 1973 mit Kool DJ Herc in der New Yorker Bronx begann, ist heute zu einem Massenphänomen mutiert. Hip Hop ist aus dem Alltag vieler Menschen auf dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Egal ob Musik, Graffiti, soziale Gesinnung oder Klamotten, die einst so strikt urbane Bewegung ist ohne Zweifel im Mainstream angekommen.

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Trotzdem bleibt die Hip-Hop-Community an vielen Stellen ihren Wurzeln treu. Dies spiegelt sich auch in den Filmen wieder, welche die Hip-Hop-Kultur zum Protagonisten haben. In unserer Auflistung sind Meilensteine des Genres zu finden, die sich sowohl mit den fünf Säulen der Bewegung auseinandersetzen, Hauptakteure der Szene und ihr Schaffen auch für die Leinwand verewigen oder Filme, die Hip Hop maßgeblich beeinflusst haben - oder umgekehrt.

Die besten Hip-Hop-Filme aller Zeiten

Dabei gehen wir unter anderem zurück zum Beginn der 1980er-Jahre, als Hip Hop vom Norden New Yorks sukzessiv nach Manhattan rüber schwappte und kurz danach international wahrgenommen wurde. Plötzlich war vielen klar, dass es sich dabei nicht bloß um Jugendgedöns mit geringer Halbwertszeit handelte, sondern um eine Kultur, die bleiben wird und nachhaltig in viele Bereiche der Kultur sowie des gesellschaftlichen Miteinanders hinein wirkt.

Hier also unsere Liste der besten Hip-Hop-Filme aller Zeiten, nach rein subjektiven Gesichtspunkten zusammengestellt und in chronologischer Abfolge. Viel Spaß!

Fotogalerie: Die besten Hip-Hop-Filme von "Oldschool" bis in die Gegenwart

Wild Style!
Wild Style! (1983) (1/10) IMAGO / Ronald Grant

Wild Style! von Charlie Ahearn trug maßgeblich zur Verbreitung der Hip-Hop-Idee bei. Zu sehen sind Szene-Größen wie Fab 5 Freddy, "Lee" George Quiñones, Rock Steady Crew, The Cold Crush Brothers, Rammellzee und Grandmaster Flash.

Der dazugehörige Wild-Style-Schriftzug ist überdies ein Werk des legendären New Yorker Graffiti-Künstlers Zephyr.

Erzählt wird die Geschichte des Graffiti-Künstlers Zoro. Die Spannungen mit seiner Freundin Rosie sowie seine illegale Kunstform halten ihn ordentlich auf Trab, auch weil sich mittlerweile die Kunst-Szene in Manhattan für ihn und seine Pieces interessiert.

Beat Street
Beat Street (1984) (2/10) IMAGO / Ronald Grant

Beat Street von Stan Lathan ist ein Jahr nach Veröffentlichung von Wild Style! dann gleich der nächste Meilenstein. Die Story schildert das Leben einer Jugend-Gang aus DJs, Breakdancern und Sprayern aus der Bronx.

Ähnlich wie in Wild Style! sind auch in Beat Street sozialkritische Anklänge deutlich zu vernehmen, die Macher verzichten jedoch auf den berüchtigten erhobenen Zeigefinger. Wohl auch deswegen entwickelte sich Beat Street zum absoluten Klassiker des Genres.

Colors – Farben der Gewalt
Colors – Farben der Gewalt (1988) (3/10) IMAGO / EntertainmentPictures

Colors – Farben der Gewalt von Dennis Hopper zeigt Sean Penn und Robert Duvall als Cops in South Central Los Angeles. Der alltägliche Gang-Alltag mit den verbunden Schießereien zerrt an ihren Nerven.

Der erfahrene Polizist Bob "Onkel Bob" Hodges (Robert Duvall) bekommt den jungen Danny "Pac-Man" McGavin (Sean Penn) als Partner zugeteilt. Dem blutigen Bandenkrieg zwischen den Bloods und den Crips stehen sie zumeist machtlos gegenüber, doch während Hughes von den Gangmitgliedern zumindest respektiert wird, hat McGavin einen schweren Stand.

Den gleichnamigen Titelsong steuerte der damals noch am Beginn seiner Karriere stehende Ice-T. bei - legendär!

Boyz N the Hood – Jungs im Viertel
Boyz N the Hood – Jungs im Viertel (1991) (4/10) IMAGO / Everett Collection

Boyz N the Hood – Jungs im Viertel von John Singleton spielt in South Central Los Angeles und stellt eine Jugend in einem der berühmt-berüchtigtsten amerikanischen Problemviertel dar.

Der Film ist mit Laurence Fishburne, Cuba Gooding Jr. und Rap-Legende Ice Cube (NWA) hochgradig besetzt.

Der junge Tré Styles (Cuba Gooding Jr.) kommt nach einer Schlägerei in der Schule von seiner Mutter zum getrennt lebenden Vater nach South Central. Dort gehen die Uhren dann tatsächlich etwas anders.

Menace II Society
Menace II Society (1993) (5/10) IMAGO / Everett Collection

Menace II Society von Allen und Albert Hughes thematisiert den schockierenden Alltag in den US-amerikanischen Ghettos.

Erzählt wird die Geschichte des verwaisten Teenagers Caine "Kaydee" Lawson (Tyrin Turner) in Watts, einem der sozialen Brennpunkte in Los Angeles. Caine ist seit frühester Kindheit mit Gewalt und Drogen konfrontiert, das bleibt nicht ohne Folgen. Mit 18 Jahren arbeitet ebenfalls als Drogendealer.

8 Mile
8 Mile (2002) (6/10) IMAGO / Cinema Publishers Collection

8 Mile von Curtis Hanson setzt dem damals ohnehin schon grandiosem Rap-Superstar Eminem auch ein filmisches Denkmal. Es ist seine persönliche Geschichte von einer Jugend in einem schäbigen Wohnwagenviertel in Detroit gesegnet mit dem unvergleichlichen Talent zum Rappen - und wie.

Jimmy Smith Jr. alias "Rabbit" (Eminem) braucht einen zweiten Anlauf, dann aber rasiert er alles und jeden mit dem Mic in der Hand. Allein das Filmende mit der epischen Performance von "Rabbit" beim Battle sorgt immer wieder für Gänsehaut, egal wie oft man den Streifen guckt. Einfach brillant!

Tupac: Resurrection
Tupac: Resurrection (2003) (7/10) IMAGO / Everett Collection

Tupac: Resurrection ist ein Dokumentarfilm unter der Regie von Lauren Lazin. Er beleuchtet den Werdegang von einem der größten Stars der Rap-Szene überhaupt: Tupac Shakur.

Auf Basis von Archivmaterial sowie mit einem schmalen Budget von 300.000 USD spielte er bis dato rekordverdächtige 7.808.524 USD an den Kinokassen ein.

Der Film war bei der 77. Oscarverleihung zudem für den Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm“ nominiert.

Notorious B.I.G.
Notorious B.I.G. (2009) (8/10) IMAGO / MediaPunch

Notorious B.I.G. von George Tillman, Jr. ist das Biopic über Leben und Sterben des Rappers Notorious B.I.G., kurz Biggie.

Einst zogen Biggie und Tupac Shakur an einem Strang, doch dann zerbrach das Vertrauen - und verwandelte sich in Hass. Am Ende wurden beide in kurzer Abfolge zueinander ermordet - und bis heute ist nicht vollends geklärt, was der eine mit dem Tod des anderen zu tun hatte.

Get Rich Or Die Tryin
Get Rich Or Die Tryin' (2005) (9/10) IMAGO / Cinema Publishers Collection

Get Rich Or Die Tryin' von Jim Sheridan erzählt die Geschichte des Rappers 50 Cent in den Untiefen eines New Yorker Problem-Distrikts.

In Teilen biografisch spielt sich 50 Cent gleich mal selbst, was dem erhöhten Maß an Authentizität nicht abträglich ist.

Story: Ein Junge will Rapper werden gerät aber durch die Ermordung seiner Mutter ins Trudeln - und findet sich kurze Zeit später als Drogendealer auf der Straße wieder.

Straight Outta Compton
Straight Outta Compton (2015) (10/10) IMAGO / Everett Collection

Straight Outta Compton von Regisseur F. Gary erzählt die Geschichte der legendären Rap-Formation N.W.A. aus Los Angeles.

Im Jahr 1986 gründen die fünf Freunde und Rapper Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E, DJ Yella und MC Ren die später kultisch verehrte Hip-Hop-Crew N.W.A (Abkürzung für "Niggas Wit’ Attitudes").

Doch das Miteinander ist nicht immer ganz so einfach, denn da sind eindeutig zu viele Alphatier unter einem Dach.