Männerhelden

Was macht Edwin Moses heute?

Edwin Moses? Da war doch was. Sport, ja das weiß man noch, aber welche Sportart? Antwort: Leichtathletik, Disziplin Hürdenlaufen. Was macht Edwin Moses heute?

Edwin Moses 1981
Der ewige Dominator: Edwin Moses (1981) Foto: Getty Images / Tony Duffy

Edwin Moses, Hürdenlauf-Legende

Edwin Corley Moses, geboren am 31. August 1955 in Dayton, Ohio, ist ein ehemaliger US-amerikanischer Leichtathlet. Und obwohl er nur in einer einzigen Disziplin auf genau einer Strecke antrat, ist er heutzutage eine Leichtathletik-Legende, genau wie Carl Lewis oder Bob Beamon.

Dies aber nicht, weil er wie Lewis viele Leichtathletik-Disziplinen dominiert oder wie Beamon ein Jahrhundert-Ereignis ins Stadion gezaubert hätte. Nein, Moses konzentriert sich wie Beamon auf eine Disziplin, aber liefert dann nicht nur ein großartige Ereignis, sondern ist stattdessen konstant. Und zwar konstant der Beste. Niemand kommt im 400-Meter-Hürdenlauf an ihm vorbei. Sprichwörtlich.

Edwin Moses in Zahlen

Moses wird irgendwann gefragt, wie er in Erinnerung bleiben wolle. "Hoffentlich als der Typ, den niemand schlagen konnte", antwortet er. Im Rückblick kann man sagen, dass das wohl zutreffend ist. Seine unglaubliche Siegesserie hält, wer auf derartige Zahlenspiele steht, für unglaubliche 9 Jahre, 9 Monate und 9 Tage in der Zeit von 1977 bis 1987.

Der Letzte, der ihn vor seiner Karriere noch einmal besiegen kann, ist der Westdeutsche Harald Schmid. Dann beginnen die zehn Jahre des Edwin C. Moses: nur noch Siege, insgesamt 122 Stück. Erst 1987 schafft es sein Landsmann Danny Harris, diese unglaubliche und in der Leichtathletik einmalige Serie zu beenden.

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Edwin Moses' Geheimrezept

Edwin Moses hat ein Geheimrezept: seine ungewöhnliche Schrittmenge. Er macht zwischen den Hürden 13 statt der üblichen 14 Schritte. Daraus entspringt eine beeindruckende Kombination aus Geschwindigkeit, Technik, Anmut und Ausdauer.

Moses lässt die anspruchsvollsten Bahnen fast lächerlich einfach aussehen. "Meine Langsamkeit ist schneller als die Schnelligkeit der meisten anderen Athleten", bringt er es einst auf den Punkt. "Die Leute denken entweder, dass ich ein Freak bin oder die anderen Jungs einfach nicht gut genug sind."

Edwin Moses: Erfolge

In besagten zehn Jahren nimmt er natürlich auch an all den Groß-Events wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil. Resultat: zwei Olympia-Siege (Montreal 1976 und Los Angeles 1984), zwei Weltmeister-Titel (Helsinki 1983 und Rom 1987).

Auch den Leichtathletik-Weltcup kann er dreimal für sich entscheiden (1977, 1979, 1981). Außerdem stellt er gleich vier Weltrekorde auf seiner Strecke auf, den letzten 1983. Es soll fast zehn weitere Jahre dauern, bis dieser geknackt wird.

Was macht Edwin Moses heute?

Wie so viele ehemalige Stars hat auch Moses Probleme nach Beendigung seiner Karriere. Er fällt in ein Loch, kann sich jedoch selbst wieder herausziehen, indem er am Pepperdine College in Malibu anfängt zu studieren und danach auch noch seinen Doktor in Betriebswirtschaftslehre macht.

Und weil das bei Hürdenläufern ja naheliegt, versucht er sich auch noch im Bobsport, als Bremser im Zweierbob. Dabei erreicht er tatsächlich 1990 einen dritten Platz beim Weltcup in Winterberg.

Dann rufen offizielle Ämter im Bereich der Sportverwaltung. Für Moses bedeutet das vor allem: Engagement für einen sauberen Sport. Er gehört dem Nationalen Olympischen Komitee der USA (USOC), der Anti-Doping-Kommission und auch der Athletenkommission des IOC an, aus der er sich jedoch wieder zurückzieht.

Aktuell ist er der Vorsitzende der Laureus World Sports Academy und vergibt jährlich den Laureus World Sports Award.

Fotogalerie: So sieht Edwin Moses heute aus