Der Atlas der unheimlichen Phänomene

North Sentinel Island: Die uneinnehmbare Insel

Ein Eingeborenenstamm herrscht über North Sentinel Island, eine der wenigen von der Zivilisation abgeschotteten Regionen der Welt. Doch immer wieder wagen sich Menschen dorthin - und müssen mit ihrem Leben bezahlen.

North Sentinel Island
North Sentinel Island Foto: Google Maps

Die indische Insel North Sentinel Island

Am Ende stirbt John Allen Chau für seinen Glauben. Als der 26-jährige Missionar am 17. November 2018 auf North Sentinel Island an Land geht, um die rund 50 Sentinelesen zum Christentum zu bekehren, wird er von Pfeilen durchbohrt. North Sentinel Island liegt im Indischen Ozean, das 12 Kilometer lange und 10 Kilometer breite Eiland gehört zur Inselgruppe der Andamanen.

Auf der rund 60 Quadratkilometer großen Insel lebt einer der letzten isolierten Eingeborenenstämme der Welt. Tatsächlich gibt es laut Ethnologen nur noch 170 unkontaktierte Völker auf der Welt. Doch kein anderes Urvolk lehnt jeglichen Kontakt zu Außenstehenden so vehement ab wie die Sentinelesen – jeder Fremde wird mit Pfeil und Bogen empfangen. Folge: Wer aus Versehen an diesem verbotenen Ort strandet, muss damit rechnen, seinen Besuch in einer Welt vor unserer Zeit mit seinem Leben zu bezahlen.

Der Tod von John Allen Chau

2006 werden zwei Fischer getötet, die der Inseln zu nahe kommen. Deshalb ratifiziert die indische Regierung den sogenannten Master Plan for Welfare of Primitive Tribes of Andaman. Darin heißt es: "Die Sentinelesen brauchen das Wohlwollen der modernen Zivilisation nicht. Wenn sie überhaupt etwas brauchen, dann ist es Nicht-Einmischung." 

Ein Gesetz, gegen das Chau mit voller Absicht verstößt. Seine Leiche wird von den Sentinelesen am Strand begraben – die indischen Behörden verbieten eine Bergung.