#havefunwithrespect

Mallorca: Sauf-Touristen drohen hohe Geldstrafen

Neue Warnschilder, höhere Bußgelder und ein mögliches Aus für All-inclusive-Angebote von Hotels: Mallorca sagt seinen trinkfreudigen Gästen den Kampf an.

Mallorca: Sauf-Touristen drohen hohe Geldstrafen
Mallorca: Sauf-Touristen drohen hohe Geldstrafen Foto: iStock / DisobeyArt

Der Ort Magaluf auf Mallorca ist für sein aktives Nachtleben bekannt. Das zieht insbesondere Briten an, wie es in einem Bericht von Travelbook heißt. Doch egal, woher die Sauf-Touristen kommen: Sie sind der mallorquinischen Politik ein Dorn im Auge.

Allein im vergangenen Jahr soll es 785 Anzeigen wegen Vorfällen mit Alkoholmissbrauch gegeben haben. Die Folgen: In den Straßen liegen zertrümmerte Flaschen und Erbrochenes herum, des Nachts kommt es regelmäßig zu gewalttätigen und sexuellen Exzessen.

Das soll aufhören, so die klare Meinung des Stadtrates von Magaluf. Nach einer saftigen Erhöhung der Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten Anfang dieses Jahres gibt es nun englischsprachige Warnschilder, auf denen konkrete Summen für konkrete Verstöße abgebildet sind.

Wer auf der Straße Alkohol trinkt, muss 500 Euro blechen. Wer nackt herumspaziert, 400 Euro. Die Aktion läuft unter dem ebenfalls auf die Plakate gedruckten Hashtag #havefunwithrespect. Ob es was bringt, wird die Zeit zeigen – die Einwohner Magalufs sind skeptisch.

Hier der gesamte Strafen-Katalog:

  • Graffiti an öffentlichem Eigentum: 100 Euro
  • öffentlicher Alkoholkonsum: 200 Euro
  • öffentlicher Einsatz von Lautsprechern, Verstärkern, Instrumenten etc.: 200 Euro
  • öffentlicher Spaziergang oben ohne: 400 Euro
  • Nacktheit oder Halbnacktheit in nicht dafür vorgesehenen Zonen: 400 Euro
  • unerlaubtes Massieren, Tarot oder Hellsehen in der Öffentlichkeit: 400 Euro
  • respektloses Verhalten gegenüber Polizeibeamten: 400 Euro
  • öffentliches Urinieren: 400 Euro
  • Störung des öffentlichen Miteinanders: 400 Euro
  • öffentliche Partys auf der Straße: 500 Euro
  • öffentlicher Alkoholkonsum und dadurch bedingte Störung anderer: 500 Euro
  • Verstoß von Veranstaltern gegen die Alkoholbestimmungen: 500 Euro

Um der misslichen Lage Herr zu werden, denkt die Verwaltung der historischen Gemeinde Calvià sogar über ein Alkoholverbot in All-inclusive-Angeboten von Hotels nach. Das Gleiche könnte zukünftig für verkaufsfördernde Maßnahmen wie Happy Hours gelten.

Dann doch lieber woanders hinreisen?