Menschensache

Darum ist Island Spitzenreiter in Sachen Gleichberechtigung

Island gilt als Paradies in Sachen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau – wir erklären, weshalb das so ist.

Island
Island: Warum Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen hier greifbarer scheint Foto: iStock / Nick_Pandevonium

Island ist Spitzenreiter in Sachen Gleichberechtigung

Island steht nicht nur für Geysire, karge Vegetation, Björk oder gegorenen Haifisch, sondern seit längerer Zeit bereits auch für ein gut ausbalanciertes Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Das kleine skandinavische Eiland im Nordatlantik setzt viele Dinge um, die in der Koexistenz zwischen Mann und Frau eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Spitzenposition im Gender Gap Report

Seit vielen Jahren nimmt Island die Spitzenposition des Gender Gap Reports des World Economic Forums ein, der sich mit der Umsetzung der geschlechtlichen Gleichberechtigung in aller Welt auseinandersetzt. Dies liegt vor allem an der Legislative des 360.000-Einwohner-Staates, denn die isländischen Gesetze gelten als Vorreiter in Sachen Gender-Balance.

Für Island ist Gleichberechtigung die Basis für wirtschaftliches und soziales Wachstum, denn die Potenziale aller Bewohner werden ausgeschöpft. In der Praxis gibt es durchschnittlich nur marginale Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann – in Deutschland sind dies aktuell noch happige 18 Prozent Unterschied zugunsten der Männer.

Auch in Sachen Zugang zu Bildung, Gesundheit, Lebenserwartung und politische Beteiligung geht Island beispielhaft voran. Führungspositionen müssen beispielsweise zu 40 Prozent von Frauen besetzt sein. Außerdem sind Unternehmen mit 25 oder mehr Mitarbeitern verpflichtet, ein Programm zur Absicherung von Gleichberechtigung zu etablieren.

Zudem ist Island das Land mit den meisten studierenden Frauen und Gleichberechtigung ist elementarer Teil des Lehrplanes vom Kindergarten bis zur Studienzeit.

Väter zur Elternzeit verpflichtet

In Island gehen 97 Prozent der Väter in Elternzeit. Insgesamt beträgt die Elternzeit dort neun Monate, die sich folgendermaßen aufteilt:

  • Drei Monate für die Mutter

  • Drei Monate für den Vater

  • Drei Monate frei wählbar

Mit anderen Worten: Väter werden zur Elternzeit verpflichtet! Allerdings kann die Elternzeit auch mit Teilzeitarbeit kombiniert werden. Eltern auf Island bekommen während ihrer Elternzeit übrigens 80 Prozent ihres Durchschnittseinkommens ausgezahlt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 67 Prozent.

Ein langer Weg zur Gleichberechtigung

Das World Economic Forum geht davon aus, dass es noch mehr als 200 Jahre dauern wird, bis Männer und Frauen auf der ganzen Welt gleiche Gehalts- und Arbeitschancen haben.

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