Coronavirus

Corona-Zoff: Drosten schaltet Justiz ein

Charité-Virologe Christian Drosten geht juristisch gegen Täuschungsvorwürfe von Hamburger Physiker vor.

Christian Drosten
Christian Drosten Foto: IMAGO / photothek

In den vergangenen Jahren hat Virologe Christian Drosten viel aushalten müssen. Impfskeptiker und Coronaleugner sahen in dem Wissenschaftler ein Feindbild.

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Bisher schien es, als könne Drosten den Theorien und dem Hass, der ihm unter anderem in den Kommentarspalten sozialer Medien entgegenschlägt, gut umgehen. In einem ZDF-Video stichelte er im Jahresrückblick 2021 gegen seine "Skeptiker": "Ich habe ja die Pandemie erfunden, das wissen doch inzwischen alle". Doch nun scheint die Aussage eines Professor-Kollegen das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben.

Streit: Ursprung des Coronavirus

Wie NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung einstimmig berichten, geht Christian Drosten juristisch gegen Äußerungen seines Kollegen Roland Wiesendanger vor, einem Hamburger Physiker.

Dieser hatte im Interview mit dem Magazin "Cicero" erzählt, dass Drosten die Öffentlichkeit über den Ursprung des Coronavirus getäuscht habe. Weiter beschuldigte er Drosten einer "Verschwörung". Er führe "die ganze Medienwelt, die ganze Politik in die Irre".

Bei Cicero zählte Wiesendanger weitere Argumente für die sogenannte "Laborthese" auf, nach der das Virus nicht auf natürlichem Wege ausgebrochen ist, sondern in einem chinesischen Labor von Wissenschaftler:innnen manipuliert wurde.

Drosten fordert Unterlassung

Wiesendanger erzählte, dass Drosten bereits am ersten Februar 2020 von einem Mediziner angerufen wurde, der ihm erzählte, dass ein dänischer Molekularbiologe Hinweise darauf habe, dass das ausbrechende Coronavirus eine menschengemachte Genveränderung aufweise.

Eine Telefonkonferenz wurde abgehalten, mit dem Ergebnis, "dass diese These in jedem Fall nicht belegbar sei", bestätigt Drosten.

Wiesendanger hingegen behauptet, dass die Wissenschaftler sich nach dem Telefonat auf den natürlichen Ursprung des Virus geeinigt hätten.

Christian Drosten bestreitet diese Vorwürfe und versichert mit einer eidesstattlichen Erklärung, dass ein menschgemachter Ursprung "aus mehreren wissenschaftlich-technischen Gründen unwahrscheinlich und in jedem Fall nicht belegbar" sei.

Er verlangt von Wiesendanger als auch von "Cicero" eine Unterlassung.

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