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Corona-Impfung: Wie lange bin ich immun?

Endlich geimpft! Doch nachdem das erste Hochgefühl verflogen ist, stellt sich die Frage: Wie lange bin ich nach einer Corona-Impfung eigentlich immun? Muss ich mich bald wieder impfen lassen? Und wenn ja: wann? Die Antworten.

Corona-Impfstoff, Spritze vor Kurvenverlauf
Wie lange ist man nach einer Impfung immun? Foto: iStock / MicroStockHub

Manche Impfungen sorgen für eine lebenslange Immunität, zum Beispiel bei Röteln, Masern und Mumps. Meistens müssen Impfungen aber aufgefrischt werden, wie etwa beim Grippeschutz. Und derzeit beschäftigt uns alle eine Frage ganz besonders: Wie schaut es bei der Corona-Impfung aus – wie lange bin ich immun?

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Corona-Impfung: Wie lange bin ich immun?

Nach einer Impfung ist man mit großer Sicherheit vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt. Der Schutz variiert aber je nach Impfstoff:

• 95 Prozent bei mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna

• 80 Prozent bei Astra Zeneca

• 70 Prozent  bei Johnson & Johnson. 

Die Immunität tritt jedoch nicht direkt nach der zweiten Impfung ein – und sie ist eben auch nicht hundertprozentig: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) "muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach entsprechender Exposition trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei SARS-CoV-2 ausscheiden" – es besteht also ein Restrisiko, sich doch noch zu infizieren oder andere anzustecken. Trotzdem hat man erst einmal einen sehr hohen Schutz.

Die Datenlage zur Corona-Impfung ist noch dünn

Laut RKI ist derzeit allerdings noch nicht bekannt, wie lange der Impfschutz anhält. Kein Wunder: Das Virus ist neu und geimpft wird erst seit wenigen Monaten – da kann es noch kaum Daten geben. Jedoch lassen sich durch die bisherigen Erfahrungen nach durchgemachten Corona-Infektionen Experten zufolge Rückschlüsse auf die Impfungen ziehen.

Nach der Corona-Impfung: mindestens sechs Monate immun

Der Impfschutz vor dem Coronavirus nimmt mit der Zeit ab: So viel weiß man schon. Studien zur Immunität nach einer Corona-Erkrankung lassen darauf schließen, dass man auch nach einer Impfung mindestens sechs Monate lang geschützt sein könnte.

Dies belegen auch die Ergebnisse einer Phase-3-Studie von Biontech/Pfizer: Demnach zeigt das Vakzin noch sechs Monate nach der Zweitimpfung eine Wirksamkeit von 91,3 Prozent gegen COVID-19. Pfizer-Chef Albert Bourla hält daher eine jährliche Corona-Impfung für wahrscheinlich.

Die Virologin Prof. Ulrike Protzer (TU München und Helmholtz-Zentrum München) hingegen geht von einem Schutz von mindestens zwölf Monaten aus. Auch Prof. Dr. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie und Leiter des Forschungsbereichs Immunologie an der TU Dortmund, prophezeit eine lange Immunität:

"Wir sehen bei uns im Labor, dass Menschen, die sich im März 2020 infiziert haben, immer noch hohe Antikörperspiegel haben - und Geimpfte haben im Durchschnitt höhere Antikörperspiegel als natürlich Infizierte. Ich gehe davon aus, dass der Impfschutz drei, fünf oder gar zehn Jahre ausreicht", so Prof. Watzl. Und: "Es kann sein, dass wir mal nachbessern müssen, aber sicherlich nicht in jährlichem Abstand." Wirklich einig sind sich die Experten also nicht.

Antikörper geben Aufschluss über Immunität

Woran liegt es eigentlich, dass die Immunität nicht anhält? Durch die Impfung werden Antikörper – so genannte Immuglobine (Ig) – gebildet, die das Coronavirus bekämpfen. Dabei gibt es verschiedene Arten: IgA-Antikörper wirken zum Beispiel im Lungensekret oder dem Nasenschleim gegen eindringende Coronaviren. IgG-Antikörper hingegen kommen im Blut vor und werden erst nach ca. drei Wochen gebildet. Sie spielen eine wichtigere Rolle, da sie zum immunologischen Gedächtnis zählen. 

Bei Corona-Genesenen zeigte sich: Während die Anzahl der IgA-Antikörper schnell abnimmt, sind IgG-Antikörper noch rund ein Jahr nach der Erkrankung nachweisbar und können bei einer erneuten Virus-Attacke sofort reagieren. Wie schnell Antikörper abgebaut werden, ist dabei individuell unterschiedlich.

Es kann also noch nicht konkret gesagt werden, wie lange man nach einer Corona-Impfung immun ist – jedoch können wir von mindestens sechs bis zwölf Monaten ausgehen und brauchen dann vielleicht eine Auffrischung, die auch vor Virusvarianten schützen könnte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf praxisvita.de